Vienna Vienna veröffentlicht „Angel Wings“ und spielt beim Reeperbahn Festival
Kann Musik gleichzeitig radikal politisch und pures Entertainment sein, ohne dass sie dabei ihre Ehrlichkeit verliert? Der in Los Angeles lebende Multiinstrumentalist Vienna Vienna beantwortet diese Frage, indem er mit seiner neuen Single „Angel Wings“ demonstriert, dass Katharsis keine Entscheidung zwischen Aussage und Explosion verlangt. Seine Kunst liegt darin, Verzweiflung nicht zu vertuschen, sondern in Energie umzuwandeln.
Die Single erschien am 31. Juli 2026 über PULSE Records und DCD2 Records, das Label von Fall Out Boys Pete Wentz. Mit „Angel Wings“ kanalisiert Vienna Vienna die existenzielle Spannung, die eigene Queerness vor einer höheren Instanz verbergen zu müssen, in eine Hymne, die sich anfühlt wie ein Akt der Befreiung.
Was steckt hinter „Glimmer Rock“?
Die Zeile „I know something you never will“ ist nicht nur Spott, sondern auch Selbstermächtigung. Vienna Vienna verwandelt das Verbergen der eigenen Identität nicht in ernste Meditation, sondern in unkontrollierbare physische Wucht, die sich durch jede Sekunde des Tracks zieht.
Im Refrain ruft der als James Barre geborene Künstler „Save your breath for the judge / Angel wings, Angel dust“ und kreiert eine der kathartischsten Hooks dieser Tage. „Glimmer Rock“ ist ein Universum, in dem Queersein, Angst, Theatralik und Tanzflächen-Euphorie koexistieren.
Von Los Angeles zum Reeperbahn Festival
Vienna Vienna selbst sagt über „Angel Wings“: „Seine Queerness vor ‚Freunden‘ zu verbergen, ist schwer, aber sie vor ‚Gott‘ zu verbergen, ist ein Kampf auf Leben und Tod.“ Der Track folgt auf die im Januar veröffentlichte EP „Entertain Me“, die sich mit modernen Ablenkungen, Selbstzerstörung und Begehren auseinandersetzt. Im September spielt Vienna Vienna in Köln im Yard Club am 16. September und beim Reeperbahn Festival in Hamburg am 18. September, wo er seine Reeperbahn-Premiere feiern wird.
Live verwandelt sich seine Musik in gemeinschaftliche Singalongs, die sich ungezügelt und euphorisch anfühlen. Vielleicht liegt die Antwort auf die These also genau hier: Ehrlichkeit und Spektakel schließen sich nicht aus, wenn man bereit ist, beides mit voller Lautstärke rauszuschreien. Ist Musik dann am politischsten, wenn sie sich am wenigsten wie Arbeit anfühlt?
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