„Withdrawal Symptoms“: IKAN HYU feiern 10 Jahre mit neuem Album
Wenn zwei Menschen zehn Jahre lang gemeinsam Musik machen, entsteht nicht einfach nur ein Album. Am 11. September 2026 veröffentlichen IKAN HYU mit „Withdrawal Symptoms“ ein Album, das von Freundschaft, Entfremdung und dem Loslassen suchtartiger Denkmuster erzählt.
Das Schweizer Duo Hannah Bissegger und Anisa Djojoatmodjo feiert damit nicht nur ein musikalisches Jubiläum, sondern zeigt auch, wie radikal und eigenständig moderne Rockmusik klingen kann, wenn sie aus echter kreativer Partnerschaft entsteht. Erschienen wird „Withdrawal Symptoms“ bei Mouthwatering Records, komponiert und erdacht von den beiden Musikerinnen selbst.
Ein Album, das sich nicht einordnen lässt
Dreizehn Songs fließen auf „Withdrawal Symptoms“ ohne Unterbrechung ineinander und bewegen sich zwischen wuchtigen Rockmomenten, experimenteller Elektronik und intimen Popstrukturen. Produziert wurde das Album gemeinsam mit dem Wiener Produzenten SYRIX, der den unkonventionellen Aufnahmeprozess des Duos verstand und mittrug. Walkie-Talkies wurden als Mikrofone für Vocals, Gitarren und Synthesizer verwendet, Aufnahmen entstanden auf Kassettenrekordern, dazu kommen selbst aufgenommene Samples von Alpenvögeln und Meeresrauschen.
Instrumente wie ein Moog Subsequent oder ein Theremin verleihen den Songs zusätzliche Eigenwilligkeit, während das Meer als wiederkehrendes Motiv durch die Bildwelt zieht. Inspiriert von fliegenden Fischen, Mimik-Oktopussen und Meeresschnecken entstehen Bilder von Transformation, Anpassung und Freiheit, die sich wie ein roter Faden durch das gesamte Album ziehen.
Zwischen Nähe und Distanz
Inhaltlich erforscht „Withdrawal Symptoms“ emotionale Zwischenräume und erzählt von Zugehörigkeit, Verlangen und der Suche nach sich selbst innerhalb enger Beziehungen. „I was flying with the birds, but I was meant to swim with sharks“, singt das Duo in einem der zentralen Tracks des Albums. Der abschließende Titeltrack „﹏withdrawal symptoms﹏“ wirkt dabei wie ein Loslösen aus einem Zustand innerer Fremdheit und endet versöhnlich mit der Erkenntnis, dass Schmerz manchmal nur ein Symptom davon ist, weiterzugehen.
Wer IKAN HYU kennt, weiß: Ihre Live-Shows sprengen die Vorstellung davon, was eine zweiköpfige Band sein kann. Mit selbstgebauten Instrumenten, mehreren gleichzeitig gespielten Klangquellen und explosiver Bühnenenergie erschaffen sie den Sound einer ganzen Band. Kann ein Album, das über Entzug und Entfremdung spricht, gleichzeitig ein Fest der kreativen Freiheit sein?
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