Dylan John Thomas veröffentlicht zweites Album „Nothing Here Worth Taking“

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Dylan John Thomas veröffentlichte sein zweites Album „Nothing Here Worth Taking“ über Believe Music, den Nachfolger seines selbstbetitelten Debüts von 2024. Der Sänger und Songwriter aus Glasgow hat alle zehn Songs selbst geschrieben und sie mit Scotty Anderson von The Snuts in den Magic Box Studios aufgenommen. Die meisten Instrumente spielte er selbst ein.

Bei dem Titel denkt man an eine leere Wohnung, an jemanden, der die Tür offen lässt, weil es eh nichts zu holen gibt. Dabei hat Dylan John Thomas noch nie so viel in seine Songs gepackt wie hier: Bläser, Banjo, Klavier, Country, Blues und Dancebeats aus den Neunzigern. Wie das zusammengeht, zeigt das offizielle Musikvideo zu „Come and Get It“, gedreht von Regisseur Nicholas Patrick Afchain.

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Banjo, Bläser und ein Beat aus den Neunzigern

Anders als das Debüt, das größtenteils unterwegs entstand, durfte diese Platte wachsen: „Ich habe die Songs einfach zu mir kommen lassen und sie aufgenommen, sobald sie entstanden sind“, sagt er. Das Banjo hat er erst entdeckt, als er durch Schottland unterwegs war. Auf „Got You on My Mind“ trifft es auf Bläser, und heraus kommt eine Sommerhymne, die nach Festivalwiese ruft.

„Heaven Knows You’re Lonely“ braucht dagegen nur Stimme und Akustikgitarre. Auf der Vorabsingle „Come and Get It“ läuft filigranes Fingerpicking über einen treibenden Beat, der direkt aus einem Club der Neunziger kommen könnte. Im Refrain wird die Nacht durchgezogen, und „My sin is dawning“ klingt für mich nach dem Moment, in dem mit dem ersten Licht das schlechte Gewissen kommt.

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Ein Song, der mit sich selbst streitet

Textlich kreist „Come and Get It“ um die Widersprüche des jungen Erwachsenseins, um Identität, Glauben und Beziehungen. Die Strophe mahnt dagegen, keinen von Gott geschenkten Tag zu verschlafen und sich nicht brechen zu lassen. Hedonismus im Refrain, Gewissensbisse in der Strophe.

Ich vermute, dass der Titel genau darauf zielt: Hier gibt es nichts Glänzendes zu holen, nur einen Typen mit Gitarre und ziemlich vielen offenen Fragen. Bläser und Banjo sind die neue Einrichtung, aber das Fundament bleibt der Junge, der beim Zocken von Tony Hawk über Johnny Cashs „Ring of Fire“ zur Musik fand. Also ehrlich: Braucht ihr die Bläser, oder hättet ihr Dylan John Thomas am liebsten nur mit Akustikgitarre auf einem Barhocker?

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