JOA veröffentlicht „Ghost of Us“ – Beziehungs-Ende als cineastischer Indie-Pop
Kann man eine Beziehung eigentlich noch retten, wenn beide längst nur noch deren Gespenst anstarren? Die norwegische Alt-Pop-Künstlerin JOA alias Johanna Skippervold liefert mit ihrer neuen Single „Ghost of Us“ eine präzise Momentaufnahme jenes bittersüßen Augenblicks, in dem zwei Menschen nebeneinander sitzen und wissen, dass es vorbei ist – aber trotzdem noch so tun, als könnte man weitermachen.
Entstanden direkt nach einem emotional aufgeladenen Telefonat während einer Session in London mit Produzent Dan McDougall, fängt der Track dieses seltsame Adrenalin ein, das entsteht, wenn eine Beziehung in Echtzeit zerbricht und man trotzdem versucht, die Trümmer zu romantisieren. Die Single erschien am 29. Mai 2025 bei Playground Music Scandinavia und markiert zugleich den ersten Vorgeschmack auf JOAs kommende EP „I’m a girl with feelings, baby!“, die noch dieses Jahr folgen soll.
Cineastischer Indie-Pop mit Roadtrip-Vibes
Musikalisch schlägt JOA mit „Ghost of Us“ ein neues Kapitel auf und bewegt sich in einen cineastischen, roadtrip-inspirierten Indie-Pop-Kosmos voller emotionaler Intensität und Vorwärtsdrang. Der Song verbindet pulsierende Drums, weitläufige Gitarren und eine Dynamik, die nach offenen Fenstern, Fahrtwind und endlosen Nächten klingt. Irgendwo zwischen dem motorischen Drive von The War On Drugs, der Nostalgie von „Boys of Summer“ und der jugendlichen Wucht eines Sam Fender.
„Auch wenn der Song von schweren Gefühlen handelt, wollte ich unbedingt, dass er trotzdem nach vorne geht“, erklärt JOA. Die Lyrics zeichnen dabei ein Bild zweier Menschen, die sich im selben Raum befinden, aber emotional längst Lichtjahre voneinander entfernt sind – „Looking up at you in outer space / God, you’ve never been so far away / When you’re right here, sat on the same chair.“
Die These löst sich auf im Moment der Ehrlichkeit
Die Antwort auf die Eingangsfrage ist so unbequem wie klar: Nein, kann man nicht. Und JOA weiß das. Mit „Ghost of Us“ geht es nicht darum, eine Beziehung zu retten, sondern darum, sich endlich einzugestehen, dass man nur noch deren Schatten betrachtet. Die 22-jährige Künstlerin aus Oslo, die bereits mit Produzent*innen wie Vetle Junker (AURORA) und George Glew zusammengearbeitet hat, zeigt sich hier von einer neuen Seite.
Mit ihrer kommenden EP „I’m a girl with feelings, baby!“ verspricht JOA noch mehr emotionale Reizüberflutung und das bewusste Zulassen auch der unbequemen Gefühle. Eine Fortsetzung ihrer ehrlichen Songwriting-Tradition, die bereits auf ihren vorherigen EPs „Previous Problems“ und „Feelings You Don’t Say Out Loud“ überzeugt hat. Wie geht ihr damit um, wenn ihr merkt, dass eine Beziehung eigentlich längst vorbei ist, aber niemand den ersten Schritt macht?
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