Miley veröffentlicht neues Album „Bass Persuades“ und streicht ihren Nachnamen
Wird eine Künstlerin, die fast zwei Jahrzehnte lang ihren Nachnamen trug, plötzlich radikaler, wenn sie ihn ablegt, oder war sie schon immer so mutig, dass der Name nur noch überflüssig wird. Miley Cyrus hat sich für ihre neue musikalische Ära den Mononym-Status erarbeitet und tritt ab sofort nur noch unter Miley auf. Auf Instagram heißt sie jetzt „@miley“, ihre Website ist von „mileycyrus.com“ auf „mileyofficial.com“ umgezogen, und die Profilbilder zeigen sie vor knallrotem Hintergrund. Außerdem kündigt sie zum 18. September ihr zehntes Studioalbum Bass Persuades an.
Der Wechsel des Künstlernamens ist keine oberflächliche Werbekampagne, sondern die logische Konsequenz einer Karriere, die sich nie an Konventionen gehalten hat. Miley selbst beschreibt den Albumtitel als Synonym für heart full, heartache, every part of life in between, und genau diese Spannweite kennzeichnet auch ihre bisherigen Veröffentlichungen. Nach Disney-Zeiten, Rockeskapaden und zuletzt dem visuellen Album Something Beautiful beginnt jetzt die nächste Phase. Die Ankündigung fiel zeitlich mit dem Tod ihrer Patentante Dolly Parton zusammen.
Sound, Stimmung, Produktion
Das visuelle Konzept zu Bass Persuades arbeitet mit schwarzweißer Ästhetik, leuchtend roten Akzenten, Leder, elektrischen Gitarren und einer unverkennbaren Rock-’n‘-Roll-Haltung. Das Album umfasst elf Songs, darunter Kollabs mit Model/Actriz und Andrew Wyatt von Miike Snow.
Die visuelle Welt rund um das Album entwickelte der Fotograf Mert Alas exklusiv, während Chief Creative Officer Alastair McKimm das Styling übernahm. Fotografiert wurde Miley für eine Sonderausgabe des Wonderland Magazine von Mario Sorrenti, die sie als Gastherausgeberin selbst kuratierte. Miley beschreibt das Album als love story mit mehreren Ebenen und einem romantic thread, der sich durchzieht.
Popmusik als persönlicher Reset
Der neue Name, das neue Album, die neue Plattenfirma. All das liest sich wie eine komplette Neuausrichtung, aber eigentlich ist es nur die konsequente Fortsetzung dessen, was Miley immer schon getan hat: sich selbst treu bleiben, ohne Rücksicht auf Erwartungen.
Ob die Namensänderung tatsächlich endgültig ist oder nur das visuelle Konzept dieser Ära prägt, bleibt offen. Aber vielleicht ist genau das die Antwort auf die Eingangsfrage: Wer sich so oft neu erfindet wie Miley, braucht keine feste Identität mehr, weil der Wandel selbst zur Konstante wird. Braucht Popmusik heute noch Nachnamen, oder reicht ein Vorname, wenn die Künstlerin dahinter so präsent ist wie Miley?
MEHR INFOS
Du möchtest weitere Beiträge zu Neuveröffentlichungen, Events und Musik-News lesen? Hier kannst du weiterstöbern.

Empfehlung von der Redaktion
Rock am Ring zieht 90.000 Menschen an, kleine Festivals ein paar Hundert.
Wo hört Subkultur auf und wo fängt Popkultur an? Ein Beitrag von Lene Weber.









