Parcels sind zurück – und schlagen mit „LOVED“ ein neues Kapitel auf
Jede*r kennt sie: diese eine Band, die einfach immer für gute Laune sorgt. Genau das sind Parcels – die fünf Australier mit der Berlin-Connection, die sich nach ihrer ersten längeren Auszeit nun mit einem neuen Album zurückmelden. „LOVED“ heißt es, und vereint den typischen Parcels-Funk mit verträumten Harmonien und bittersüßer Melancholie.
Fünf Freunde finden sich wieder
Die Story der Band ist eigentlich jetzt schon filmreif: Erst Byron Bay, dann Berlin, dann die ganze Welt. Nach zehn Jahren Tour-Leben haben sich die fünf Australier 2023 das erste Mal eine echte Pause gegönnt. Jules Crommelin und Noah Hill sind zurück nach Down Under gezogen, während Pat Hetherington, Louie Swain und Toto Serret in Berlin geblieben sind. Plötzlich war aus der WG-Band eine Fernbeziehung geworden.
Keyboarder Louie nutzte die Zeit, um in Berlin einen Community-Radiosender auf die Beine zu stellen, Schlagzeuger Toto gründete sein eigenes House-Musik-Label. Zeitweise waren die Jungs über den ganzen Globus verteilt: Noah, Pat und Jules reisten in Mexiko herum und nahmen dort einige Songs auf. Als die Bandmitglieder dann schließlich wieder zusammen in einem Raum standen, war die alte Magie im Nu zurück. „LOVED“ ist das musikalische Äquivalent zu dem Moment, wenn man nach langer Zeit seine besten Freunde wiedertrifft und sofort wieder alles so ist, wie früher.
Zwischen Euphorie und Introspektion
Die besondere Chemie der Band spürt man auf „LOVED“ von der ersten Sekunde an. Schon der Opener „Tobeloved“ wirkt, als hätte jemand einfach die Tür zum Proberaum aufgestoßen, in dem gerade gelacht, gejammt und auf Gitarrenkoffern getrommelt wird. Die Studio-Geräuschkulisse ist Teil vieler Tracks und spielt eine wichtige Nebenrolle. Sie fängt die Vibes ein, die das Album musikalisch widerspiegelt: Zusammengehörigkeit, Euphorie und die pure Freude am gemeinsamen Musikmachen.
Doch Parcels können nicht nur Heiterkeit und Party – auf „LOVED“ zeigt die Band auch ihre reflektierte Seite. In „Safeandsound“ beispielsweise bricht die Gruppe mit ihrem typischen Funk-Pop-Rhythmus und liefert uns eine verträumte Indie-Hymne mit melancholischen Lyrics. Lead-Gitarrist Jules schrieb den Song kurz nach seinem Umzug zurück nach Australien: Er handelt von allgemeiner Unsicherheit und der Ungewissheit darüber, ob die richtige Entscheidung getroffen wurde. Es ist einer der stärksten Songs des Albums, und war wohl auch deshalb schon im März die erste Single-Auskopplung.
Im ähnlich introspektiven „Yougotmefeeling“ geht es um Selbstzweifel und brüchige Beziehungen – allerdings verpackt in einen funkigen Groove, der im kompletten Gegensatz zu den Lyrics steht. Typisch Parcels, wie Crommelin im Guardian-Interview erklärt: „Our music [has] this overarching light spirit … but the lyrics often speak towards something deeper and sometimes darker. The ultimate goal is to cry on the dancefloor.“
„LOVED“: Retrospektive in Harmonie
Was den Sound der neuen Parcels-LP besonders macht, sind die vielen Harmonien. Damit hat die Band zwar immer schon geglänzt, aber auf „LOVED“ sind sie schärfer, präziser und gefühlvoller denn je. Auf Tracks wie „Leaveyourlove“ channeln die Fünf ihre innere Boyband und singen sich gegenseitig die Zeilen zu. In „Finallyover“ werden Parcels kurzzeitig zum Knabenchor und sorgen für die bittersüßesten Momente auf dem Album. Der Song bildet zusammen mit dem darauffolgenden Track „Iwanttobeyourlightagain“ das emotionale Ende der Platte.
Der Closer wurde in vier verschiedenen Studios und unterschiedlichen Ländern aufgenommen. Eine Audio-Collage also, die gleichzeitig wie kein anderer Song für den Zusammenhalt der Gruppe steht. Pat singt darin über die Anfänge der Band als Straßenmusikanten, über nächtliche Roadtrips durch das australische Outback, über die gemeinsamen Abenteuer von fünf Freunden weit weg von zu Hause. Und man merkt: „LOVED“ ist mehr als ein weiterer Titel in der Parcels-Diskografie – es ist ein zerbrechlich-ehrlicher Rückblick auf die zehnjährige Geschichte der Band.
Parcels sind zurück – und bald live in Deutschland
Im Vergleich mit der Vorgänger-LP, dem ambitionierten Konzeptalbum „Day/Night“, wirkt „LOVED“ fast wie ein Gegenentwurf: Es ist lockerer, freier und deutlich roher. Und es trägt die unverfälschte Euphorie eines zweiten Anfangs. Die Band hat ein neues Kapitel aufgeschlagen – mit einem ihrer bis dato besten Releases.
Wenn ihr Parcels live erleben wollt (und das solltet ihr), könnt ihr euch jetzt Tickets holen. Schnell sein lohnt sich: Das Konzert am 4. Oktober in Berlin ist bereits ausverkauft, für den Gig am 25. September in Düsseldorf gibt’s aber noch letzte Karten.
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