beabadoobee veröffentlicht „Pylon“: Grunge-Album mit Turnstile und Deftones

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Kann man sich in Strommasten verlieben, oder ist das nur ein eleganter Umweg, um über Einsamkeit zu sprechen, ohne die Worte dafür zu finden. Beatrice Laus, die als beabadoobee auftritt, benannte ihr viertes Album „Pylon“ nach den Strommasten, die sie auf Tour an ihre Verbindung zu Freunden und Familie zu Hause erinnerten, während sie mit extremer Entfremdung und Isolation konfrontiert war.

„Pylon“ erscheint am 18. September 2026 über Dirty Hit und Interscope Records. Das Album entstand auf Tour und bringt eine beeindruckende Gästeliste mit Hayley Williams, Brendan Yates von Turnstile, Chino Moreno von den Deftones sowie Matty Healy und George Daniel von The 1975.

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Ein Album als unausgesprochener Wutbrief

Die erste Single „Sun Has Set“ zeigt beabadoobee von ihrer schwersten Seite bisher und kanalisiert Grunge, Midwest-Emo und 90er-Jahre-Alternative-Rock mit massiven Gitarren-Power-Chords und provokativen Vocals. Laus nennt es zutiefst persönlich und erklärt, viele Songs auf dem Album seien Dinge, die sie jemandem gern gesagt hätte, mit dieser kleingeistigen Tunnelvision: Ich hasse dich, du wirst hierbleiben und dir anhören, wie sehr ich dich hasse.

Der Titel kann auch als Anspielung auf Laus‘ kantigen, energiegeladenen neuen Sound verstanden werden, denn die Wellen der Verzerrung, die über die 14 Songs des Albums hereinbrechen, spiegeln das intensive Knistern wider, das man unter Hochspannungsleitungen hört. Laus gießt diese Gefühle in Songs, die klassischen Grunge, Midwest-Emo und Radio-Rock der 90er Jahre berühren und dabei auf einen Sound zielen, der härter und direkter ist als auf allen bisherigen Alben.

Zwischen Stromleitungen und der Angst, für immer so zu bleiben

Hayley Williams singt auf „Nothing to Prove“, einem hymnischen Indie-Rock-Song darüber, sich seine Kraft von Schönwetter-Freund*innen zurückzuholen, die nur ein Stück vom Erfolg abhaben wollen. Das stimmungsvolle „Powerlines“ enthält eine Strophe von Turnstile-Sänger Brendan Yates, einem Meister darin, stimmliche Härte mit emotionalen Nuancen zu verbinden.

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Das Album ist nach den Strommasten benannt, die jede große Verkehrsader der Welt säumen und beabadoobee an Isolation auf Tour erinnerten, während sie gleichzeitig mit den sich wiederholenden Ängsten der Mitte Zwanzig ringt: Was, wenn ich immer so bleiben werde, und das Leben nur ein Strommast nach dem anderen ist. Vielleicht braucht es eine solche Metapher, um eine Leerstelle zu benennen, die sonst zu groß wäre.

Kann ein Album aus Strommasten und Verzerrung am Ende doch wieder nach Hause führen, oder bleibt nur die Erkenntnis, dass man sich an das Unterwegs-Sein gewöhnen muss? Was denkt ihr: Lässt sich Isolation überhaupt in Musik übersetzen, oder wird sie dadurch nur erträglicher?

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