„Besessen“: Mara Noemi singt über das Gefühl, das nicht loslässt

Mit „Besessen“ veröffentlicht Mara Noemi eine Single, die ganz ohne Umwege tief ins Emotionale trifft. Die 22-jährige Sängerin schreibt ihre Songs bevorzugt in der Nachtschicht – und genau dieses Gefühl von stiller Überforderung und emotionalem Alleinsein schwingt in jedem Vers mit. „Ich bin von dir besessen / Weiß nicht wohin mit mir / Kann dich nicht vergessen / Will einfach nur zu dir“ – die Lyrics sind direkt, roh und ohne Kitsch. Dabei schafft sie es, ihre persönliche Geschichte so zu verpacken, dass sich viele wahrscheinlich genau darin wiederfinden.

Produziert wurde der Song von Stevioe, der Mara Noemis Stimme viel Raum gibt. Keine aufdringlichen Beats, kein überladenes Sounddesign – sondern ein reduzierter Pop-Entwurf, der die Dringlichkeit des Textes unterstreicht. Hier das Musikvideo dazu.

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Der emotionale Kern: Selbstreflexion

Zentrales Thema der Single ist die eigene Schuld an einem Beziehungsbruch – und der verzweifelte Versuch, das Vergangene wieder gut zu machen. In der zweiten Strophe „Ich hab’s versaut / Hab eine hohe Mauer gebaut / Hab den Stein in der Hand / Doch hab es selbst erkannt“ stellt sich Mara Noemi der eigenen Verantwortung. Diese Selbstreflexion ist selten so klar hörbar in einem deutschsprachigen Popsong, der nicht in Klischees abrutscht.

Zwischen Sehnsucht und Hoffnung klingt dabei immer auch Unsicherheit mit. Das macht „Besessen“ nicht nur glaubwürdig, sondern auch unangenehm nahbar – man hört jemandem zu, der nicht nur singt, sondern sich offenlegt.

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DIY-Moment mit viel Gefühl

Nicht nur der Song selbst, auch das Video zur Single lebt von persönlichem Einsatz. Gedreht von Nick Hermert und unterstützt von einem kleinen Team, fühlt sich das Video mehr wie ein Tagebucheintrag als eine glatte Popproduktion an. Til Reichmann, der männliche Part im Clip, agiert dabei nicht wie ein Schauspieler, sondern eher wie ein Teil des echten Lebens der Artist.

„Besessen“ ist kein Song, der Antworten liefert – eher ein Song, der Fragen offen lässt und genau deshalb hängen bleibt. Und vielleicht ist es genau das, was Mara Noemi in ihrer noch jungen Karriere auszeichnet: Sie nimmt ihre Zuhörer*innen ernst, auch wenn’s unangenehm wird.

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