Bilderbuch mit Nordpol-Video und Album-Ankündigung „Push Reality“

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Bilderbuch reisen für ihr neues Video ans Ende der Welt und kündigen dabei ihr neuntes Studioalbum an. Was nach klassischem Rockstar-Pathos klingt, ist bei der Wiener Band vor allem eines: eine Ansage an alle, die glauben, Relevanz entstehe nur noch algorithmisch. „Push Reality“ heißt die neue Single, und der Titel ist Programm. Eine Abrechnung mit einer Kultur, in der Körper, Karriere und Selbstbild zur Dauerbaustelle geworden sind. Dass der Track schon Tage vor Release im Radio lief, ist kein Zufall, sondern Teil der Strategie: zwischenmenschliche Empfehlung statt Playlist-Push.

Am 18. September 2026 erscheint „∞+1″, das erste Album nach dem Ausstieg von Michael Krammer. Maurice Ernst, Peter Horazdovsky und Philipp Scheibl führen die Band nun zu dritt weiter – und setzen mit „Push Reality“ ein Statement, das Sound und Haltung verbindet.

Von Longevity-Hallelujas zur Ozempic-Ära

Der Song selbst ist eine beißende Satire auf Wellness-, Hustle- und Optimierungswahn, verpackt in religiöse Metaphern und maschinelles Stottern. „Halleluja für Longevity“ singt Maurice, während der Track zwischen Fitnessstudio-Lingo, Influencer-Sprech und Gebetshaltung changiert – „geh in die Knie“ kann beides bedeuten.

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Das „p-p-p-push Reality“ ist gleichzeitig Liegestütz und das Verzerren von Wirklichkeit, ein Wortspiel, das den ganzen Track trägt. Das Video zum Song wurde am Nordpol gedreht – eine Expedition ins Ungewisse, wie Sänger Maurice erklärt: „Eine Band ist eine Seilschaft auf einer nicht endenden Reise ins Ungewisse, verbunden miteinander, mit dem Leben als Pfand.“

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Wenn Lobotomie die logische Konsequenz ist

Im zweiten Vers wird die Kritik noch schärfer. Passive-Income-Fantasien und Skincare-Routinen werden gleichwertig aufgereiht, bis schließlich die Pointe kommt: „Bauch, Beine, Lobotomie“ – der letzte Schritt zur Perfektion ist das Abschalten des eigenen Denkens. Das lyrische Ich stellt sich als „Ozempic Dream“ vor, die Abnehmspritze als erfüllter Wunschtraum einer Gesellschaft, die längst nicht mehr glaubt, was sie sieht. 

„∞+1″ könnte also ein Album werden, das Realitätsverlust nicht beklagt, sondern seziert – mit der für Bilderbuch typischen Mischung aus Ironie und Ernst. Bleibt die Frage: Wie viel „Push“ verträgt eine Kultur, bevor sie kollabiert?

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