Gegen Verdrängung, für Verarbeitung: GRETAs Debütalbum „Sonne Und Schmerz“

Surfer- und Skatergirl GRETA nimmt uns mit an ihre größten Schmerzpunkte, radelt durch die Sommernacht und baut sich nen Joint. Obwohl die Sängerin mit der Muschelkette so scheint es, wahnsinnig gerne strahlt, sieht ihre Innenwelt sehr viel wechselhafter aus.

GRETA verarbeitet auf „Sonne und Schmerz“ ganz „klassisch“ vergangene Liebesbeziehungen, mal wütend, mal melancholisch, mal mit Reue, doch macht auch größere Themen wie Verlustangst in „wiedersehen“ oder der erstickenden Stille zwischen Geschwistern in „was hab ich falsch gemacht“ auf. Damit fasst der Albumtitel das Album perfekt zusammen.

On REpeat: Welle um Welle reiten

15 Songs, knapp 40 Minuten. GRETA gibt den Flow an und wir reiten auf der Welle mit. Ein Album, was man tatsächlich im Loop hören kann, so flowy ist es und einige Songs bleiben besonders stuck.

Ihre Debütsingle, die vor knapp einem Jahr erschienen ist, „chaos im kopf„, erzählt von den Schmerzen des Erwachsenwerdens und der Rast- und Ratlosigkeit, welche mit der vergeblichen Suche nach Orientierung einhergehen: „Liebe es mich kaputt zu machen, stolpere durch die Gegend / Die Augenringe zeigen, dass ich lebe“. Wer GRETA kennen lernen will, soll sich der Sängerin nach, diesen Song anhören. Wie gut, dass „chaos im kopf“ den Aufmacher für ihr Album hergibt.

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Drum’n’Bass gepaart mit teils verwaschenen Gitarren-Riffs lässt uns in GRETAs Gefühlswelten abtauchen. Dazu kommt GRETAs Stimme die ganz viel Nähe herstellt.

Auch Wieder Auftauchen: Die Sonne neben deM Schmerz Finden

Sonnengebrannt und mit Salz in den Haaren, so klingt die Sonnenseite bei GRETA. „holidaze“ war nicht nur bei uns Top Track, sonder ist auch GRETAs eigener auserkorener Favorit – „einfach ein vibe“. Die Leichtigkeit von Sommertagen und der Beginn einer neuen Liebe: „Sommernacht ich schreibe ‚bist du wach?'“. Und die süßen Vorwände, die man findet, um mit der anderen Person Zeit zu verbringen: „Ich würde gern mit dir eine rauchen / Und mein Fahrrad ist hinten platt / Könntest du mit mir den Reifen tauschen“.

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„ganz schön high“ schlägt in eine ähnlich vibige Kerbe. Die Hamburgerin erzählt von ihrer Anfangszeit in ihrer neuen Wahlheimat Berlin und ihrem vernebelten, aber seeligen Alltag und lässt auch Platz für ein paar lustige Zeilen wie „Fuck, wie lieb‘ ich Reiswaffeln / In den Becher reinaschen“.

Der entspannte Sound von GRETA hat es schon auf einige Festivalbühnen geschafft und spielt den Voract bei Cro oder GReeeN, um nur zwei zu nennen. Die eigene Tour folgt im Dezember: Dann geht GRETA mit ihrem Album auf „Sonne und Schmerz“ Tour.

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