wavvyboi veröffentlicht „wanderlust“ – Rockballade über Verlust und Rastlosigkeit
Manche Menschen verbringen ihr ganzes Leben auf der Suche nach einem Ort, der sich wie Zuhause anfühlt und merken dabei oft zu spät, dass dieser Ort längst verloren gegangen ist. Auf „wanderlust“ verarbeitet wavvyboi den Verlust der eigenen Mutter und die Leere, die bleibt, wenn das Fundament unter den Füßen wegbricht.
Der non-binäre Artist aus Liechtenstein veröffentlicht heute eine neue Single, die nachdenkliche Balladenmomente mit wuchtigen Rock-Elementen verbindet. Nach dem selbstbewussten Queerness-Anthem „black glitter“ von Anfang des Jahres wechselt wavvyboi nun in ein deutlich dunkleres, verletzlicheres Terrain.
Ein Song wie ein zerbrochener Traum
Gitarrenwände türmen sich auf, die Produktion atmet die theatralische Größe von Queen und die melancholische Schwere, die David Bowie in seinen introspektiven Momenten kultiviert hat. Der Track changiert ständig: Mal flüstert er beinahe zerbrechlich, dann bricht er in brüllender Verzweiflung auf und lässt die Melodie wie einen letzten Hilferuf durch den Raum hallen.
wavvyboi selbst beschreibt den Song als Verarbeitung eines existenziellen Verlusts: „Es fühlt sich an, als hätte ich mit ihr auch mein Heim verloren.“ . Man hört diese Orientierungslosigkeit in jedem Takt. Die Rastlosigkeit einer Odyssee ohne sichtbares Ende, das Ringen zwischen Trauer und Erinnerung, zwischen Schwere und dem Versuch, weiterzugehen.
Theatralik und Ehrlichkeit
Seit 2018 hat wavvyboi einen Sound entwickelt, der Glam-Ästhetik, Emo-Offenheit und rockige Wucht zu etwas Eigenem verschmilzt. Songs wie vertonte Tagebucheinträge, die nichts beschönigen. Mit „wanderlust“ zeigt sich der genderfluide Rock-Poet von einer besonders verletzlichen Seite, ohne dabei die inszenierte Dramatik aufzugeben, die das Projekt seit jeher auszeichnet.
Die Single wird zum düsteren Märchen über falsche Versprechen und zerbrochene Illusionen. Ein Trugbild von Harmonie, das beim Hinschauen zerfällt. Ist es am Ende genau diese Spannung aus Schmerz und Schönheit, die wavvyboi so besonders macht – oder braucht es irgendwann auch Momente der Ruhe, um wirklich anzukommen?

Neustes Video
Im Gespräch mit BANDUP spricht JBS über sein Debütalbum „ZWEITAUSENDFÜNF“ und die Themen, die er darin verarbeitet hat. Soziale Ängste bis hin zum Druck, als junger Künstler in der Öffentlichkeit zu bestehen.










