Yosho und Laerm lassen auf neuer Platte die „Garros“ Glühen
3-Zimmer-Wohnung, Musiker Yosho und Produzent Laerm – was kommt dabei raus? Ein brandneues Album mit dem Titel „GARROS“. Mit viel Liebe zum Detail, Tiefgang und kreativen Umsetzungen haben die beiden die Platte bestückt. Was euch auf dem Tape erwartet, erfahrt ihr jetzt hier.
Feigling ist vorbei – jetzt heißt’s Selbstbewusstsein
„Feigling“, so hieß das Debütalbum von Yosho. Danach folgten unter anderem Singles wie „immer noch“. Im Sommer letzten Jahres erzählte er hier bei BANDUP, wie sein Umzug vom Chiemsee nach Wien und das neue Umfeld seine Musik beeinflusst haben:
„Ich habe mehr Selbstvertrauen bekommen und das spiegelt sich glaube ich in den Lyrics und in der Art wie ich versuche Sachen auszudrücken wieder“
Genau dieses Selbstbewusstsein zieht sich durch „Garros“. Die Zeilen sitzen, sind ehrlich und klar – man will hören, was er zu sagen hat. Egal ob es um grundsätzliche und existenzielle Fragen einer jungen Generation geht oder, wie auf „Welcome Home“ gemeinsam mit Feature-Gast Jovan, um die eigene Identität als Person of Colour, hervorgehoben durch alltäglichen Rassismus:
„Leise Stimmen, laute Narben es ist zu spät // junge N***** in nem Park was ist schon das Problem // Nein er brauchte keine Fragen bis er zuschlägt // Gleich kommt die Polizei während die zusehen“
Yosho schafft es, Gesellschaftskritik und persönliche Erfahrungen so zu verbinden, dass die Texte unmissverständlich bleiben – straight forward und fesselnd.
Was sind schon Genres?
„Garros“ lässt sich nicht sauber in ein Genre pressen. Für die einen ist es vielleicht zu viel Indie für Rap, für die anderen genau andersrum. Genau darin liegt aber auch die Stärke des Projekts. Die Beats von Laerm leben von Atmosphäre und teils zerbrechlichen Vibes und geben Yoshos Texten genau den Raum, den sie brauchen. Trotz des überwiegend Lo-Fi- und laid-back Sounds steckt in der Produktion eine spürbare Vielfalt.
„Blicke/Intro“ endet beispielsweise mit Bläsern und einem jazzigen Vibe, „Haut“ ist von Gitarren getragen und „2019“ verbindet Gitarren mit Klavier-Elementen. Diese Details sorgen dafür, dass die Platte nie eintönig wirkt.
Gleichzeitig durchbrechen einzelne Tracks bewusst den ruhigen Grundton. „Ich oder Du/Freestyle“ erinnert stellenweise an den Sound von Ramzey: lauter, schneller, härter. Die 808s drücken und man merkt sofort – live wird der Song funktionieren.
Ein weiterer Bruch, als auch Highlight kommt mit der bereits vorher erschienenen Single „Sieht er das?“. Direkt zu Beginn springt einem das Sample des Klassikers „Bongo Bong“ von Manu Chao entgegen. Yoshos Flow legt sich sauber auf das Sample, die Hook bleibt hängen, das Nostalgie-Level stimmt. Ein Track, der genau weiß, was er macht.
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Mehr InformationenRund und kurz
13 Tracks – klingt erstmal nach einer stabilen Länge. Ist es auch, zumindest auf dem Papier. In der Praxis bleiben die meisten Songs bei etwa zweieinhalb Minuten. Und genau da kommt nach einigen Songs, manchmal das Gefühl auf: Jetzt noch ein Part hätte richtig gescheppert. Wirklich vorwerfen kann man das Yosho und Laerm aber nicht.
In Zeiten des Musikstreamings, in denen Künstler:innen kaum noch Ertrag durch ihre Kunst erzielen, gehört das wohl auch zur Anpassung an unter anderem immer weiter sinkende Aufmerksamkeitsspannen dazu.
Am Ende bleibt ein Album, an dem es musikalisch wie inhaltlich wenig auszusetzen gibt. „Garros“ macht Spaß, hat Tiefe, setzt gezielte Highlights und verliert dabei nie seinen roten Faden. Vor allem aber überzeugt es mit klaren Worten – und einem Artist, der weiß, was er sagen will.










