„Fühlen & Funktionieren“: AMS fragt, wo Gefühle bleiben, wenn wir nur funktionieren

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Wer alles geben will, muss irgendwann entscheiden, was dabei auf der Strecke bleibt. AMS stellt mit seinem neuen Album „Fühlen & Funktionieren“ genau diese Frage ins Zentrum, und die Antwort darauf ist alles andere als beruhigend. Wenn Optimierung zur Normalität wird und jeder Tag durchgetaktet ist, wo bleibt dann noch Platz für echte Gefühle, für Zweifel und für Pausen? 

Der Künstler aus der deutschsprachigen Hip-Hop-Szene liefert keine einfachen Lösungen, sondern zehn Songs, die sich anfühlen wie ein Tagebuch aus der Mitte einer Generation, die funktionieren muss, aber nicht vergessen will, was sie eigentlich fühlt.

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Ein sich kreisendes Gedankenkarusell

Das Album erscheint als Konzeptwerk mit zehn Tracks, die von vorne bis hinten durchgehört werden wollen, aber auch rückwärts Sinn ergeben. „Erinnerungen“, die Fokus-Single mit gesungener Hook und Kinderchor, setzt damit einen Kontrast zur sonst so eintönigen Realität, die AMS beschreibt. 

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Songs wie „Nicht nur eine Träne“ oder „Rauschen“ sprechen von innerer Unruhe, während „Alle meine Vorbilder sind unglücklich“ den Blick auf die Schattenseiten des Erfolgs richtet. AMS schreibt dabei so klar und direkt, dass man sich ertappt fühlt, als würde er über das eigene Leben sprechen.

Alles fühlt sich irgendwie zu echt an

Die Texte sind präzise und verdammt nah dran an dem, was viele beschäftigt, aber selten laut aussprechen. Dass er seinen Hintergrund aus der Battlerap-Szene mitbringt, merkt man der Direktheit an, aber hier geht es nicht um Konkurrenz, sondern um Reflexion.

Wer die Songs einzeln hört, bekommt starke Tracks, wer sich aufs ganze Album einlässt, erlebt ein durchdachtes Narrativ über den Spagat zwischen Leistungsdruck und Selbstverwirklichung. Es bleibt bei der Frage: Was bleibt von uns, wenn wir nur noch funktionieren? Und ihr? Erkennt ihr euch in dieser Zerrissenheit zwischen Funktionieren und Fühlen wieder oder glaubt ihr, dass man beides haben kann, ohne sich selbst zu verlieren?

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