„SUPER SONIC YOUTH“: NILS KEPPELS DEBÜTALBUM IST DÜSTERE DYSTOPIE
“Guck raus in die Nacht / Vor wem wollen wir fliehen / Enttäuscht uns die Jugend / Verlieren wir uns hier”: Nils Keppel veröffentlicht sein Debütalbum “Super Sonic Youth” und zeichnet damit das Bild einer Generation, die irgendwo zwischen Ängsten, Hedonismus und Weltschmerz einfach nur versucht, sich nicht selbst zu verlieren.
Sechs Jahre nach seiner ersten Single veröffentlicht der Wahlleipziger nun sein erstes Album: Eine Momentaufnahme einer zu schnell gelebten Jugend, einer Jugend im Rausch. Die elf Songs lassen den flüchtigen Zustand vergangener Zeit noch einmal nachspüren – “Jeder Song trägt seine kleine Welt in sich”, schreibt Nils Keppel auf Instagram, und liefert damit rohen Post-Punk und düsteren Wave zwischen Lärm und Melancholie.
Es beginnt krachend: “Platzangst” kombiniert raue Riffs mit Orgel, treibt voran und ist ein Song über Ängste, um sich darin wiederzufinden. Es folgt “Keine Zukunft” – die erste Single, mit der Keppel im September sein Debüt ankündigte, und ein Track, der mit wildem Breakbeat überrascht. “Taper Fade” stampft mit lärmenden Noise-Gitarren weiter: ungebremst und eindringlich.
AUF ENERGIE & KRACH FOLGT MELANCHOLIE
In der zweiten Hälfte wird es ruhiger, verträumter. Nils Keppel biegt mit seinem Post-Punk kurz ab in Richtung Shoegaze. Im titelgebenden Track “Super Sonic Youth” macht sich ein Gefühl breit, das sich irgendwo zwischen Nostalgie, Sehnsucht und der Angst, etwas verpasst zu haben, verortet. Der Song lässt jede Zurückhaltung fallen – verträumt, hypnotisch, diffus wie Nebel und Rausch. Einflüsse von Bands wie Slowdive oder Beach House werden hier definitiv hörbar, ohne dass Keppel seine Handschrift verliert.
Es folgt das melancholische “Feuer”, eine Single voller Wärme, die beinahe schwerelos dahingleitet. Ein besonderer Moment des Albums ist gegen Ende das Feature “Raus in die Welt” mit Lilli Belle, das zugleich das überhaupt erste Feature ist, das der Künstler auf einem eigenen Release veröffentlicht. Lilli Belles Stimme schmiegt sich sanft an seine Musik an, als hätte sie schon immer dorthin gehört.
“SUPER SONIC YOUTH”: WABERND-DÜSTERE DYSTOPIE
Das Aufeinanderfolgen von laut und leise, Krach und Melancholie, kalt und warm wirkt wie ein Spiegel der Hochs und Tiefs, die Keppel während des Tourlebens und der zu schnell verflogenen Zeit erlebt hat. Dramatischer Gesang trifft auf Kühle im Sound, raue Riffs auf organische Drums. Keppels Musik ist wabernd-düster, wie ein dystopischer Soundtrack – und zugleich gefühlvoll, warm und melancholisch.
INNEHALTEN NACH DEM RAUSCH
Nach Jahren, die aus Konzerten und Clubnächten bestanden und von der Unschärfe der post-pandemischen Zeit geprägt waren, hält Nils Keppel im Herbst 2024 inne und fragt sich: Was habe ich verpasst? Wo habe ich alles rausgeholt? Diese Gedanken verarbeitet er in “Super Sonic Youth”, schreibt innerhalb weniger Monaten elf Songs und verbringt das letzte Jahr damit, es auszuproduzieren – als Unterstützung steht ihm dabei unter anderem der Produzent Lukas Korn (Drangsal/ Mia Morgan) zur Seite.
Mit seinem Debütalbum „Super Sonic Youth“ geht der Musiker im März auf Tour und besucht dreizehn Städte in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
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