„Boys Cry Too“: The Haunted Youth tauschen Dream-Pop gegen Grunge-Wut
Joachim Liebens hat sich verändert. Vier Jahre nach dem verträumten Debüt „Dawn Of The Freak“ wechselt The Haunted Youth mit dem zweiten Album „Boys Cry Too“ die Richtung – und zwar drastisch.
Statt fragiler Bedroom-Pop-Ästhetik gibt es nun rohe Gitarren, Live-Schlagzeug und eine Wut, die sich durch elf Tracks brennt. Das Album erscheint am 8. Mai 2026 über Play It Again Sam, die erste Single „deathwish“ mit Max Fry ist bereits draußen. Hier das Musikvideo.
Vom Kind zum wütenden jungen Mann
„I was a kid on Dawn Of The Freak. It sounds almost like nursery rhymes to me – everything is so fragile and childlike, like a cry for attention“, sagt Joachim über sein Debüt. Jetzt sei er „angsty and kicking in doors“. Die Veränderung ist nicht nur musikalisch – sie ist existenziell. Nach einer brutalen Trennung und einem zermürbenden Tourplan schrieb Joachim ein Album über Verlust, Verzweiflung und männliche Verletzlichkeit.
Der achtminütige Opener „in my head“ endet mit Schreien und Feedback-Wänden, „deathwish“ wütet selbstzerstörerisch, und „murder me“ liefert Goth-Grunge-Inferno. Zwischen den aggressiven Momenten finden sich aber auch kristallklare Balladen wie „emo song“ und „hurt“ – Liebens zeigt beide Seiten der Medaille.
Nirvana trifft My Bloody Valentine
Musikalisch hat sich The Haunted Youth von den Synthesizer-Layern des Debüts entfernt. „Castlevania“ beschreibt Liebens als „the perfect triangle of Nirvana, Alice In Chains and My Bloody Valentine’s Loveless“ – und genau so klingt es auch. Trotz der Gitarrenwände hörte Liebens während der Produktion vor allem Hip-Hop, besonders Lil Peep prägte seinen lyrischen Ansatz.
„The lyrics in a lot of non-hip hop music try to bring resolution, but it’s so much more powerful to have these lines that people just instantly engage with“, erklärt er. In „deathwish“ rappt er mit Max Fry über Selbstzerstörung: „I cut my wrist, I guess I’ll go insane again / You make it seem too easy to pretend.“ Im April touren The Haunted Youth durch Europa – Hamburg und Köln sind bereits ausverkauft. Was glaubt ihr: Wird der neue Sound bei den Fans ankommen?
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