The Garden veröffentlichen ihr achtes Album „Bootleg“
Kann Experimentierfreude zur Schwäche werden, wenn man kein Konzept verfolgt? The Garden veröffentlichten am 10. Juli 2026 ihr achtes Studioalbum Bootleg, das genau diese Frage provoziert.
Die Zwillingsbrüder Fletcher Shears und Wyatt Shears selbst beschreiben das Album als Zusammenstellung von Songs, die über längere Zeit ohne bestimmten Plan oder Ziel geschrieben und aufgenommen wurden. Das Album sei ausschließlich ein Vergnügen für die Brüder gewesen, so die beiden in einem Statement, jeder Track habe seine eigene Bedeutung oder Geschichte.
Stärkerer Punk-Einfluss als je zuvor
Auf Bootleg wurden alle Songs von Fletcher Shears und Wyatt Shears geschrieben, produziert und aufgenommen, abgemischt und gemastert von Samur Khouja. Das Duo kombiniert auf den 14 Songs zwischen drei und vier Minuten ihre charakteristischen, minimalistischen Basslinien mit präzisem Schlagzeug und elektronischen Elementen.
Auf diesem Album zeigt sich ein stärkerer Punk-Einfluss als je zuvor, obwohl The Garden schon immer Punk-Elemente integriert haben, lehnt sich diese Platte weiter an einen klassischen 80er-Jahre-Sound an. Bootleg bewegt sich zwischen dem Harten und dem Verträumten, das Album wechselt konstant zwischen diesen Polen.
Ungeschliffene Sammlung oder bewusste Genrelosigkeit?
Das Album erscheint auf Epitaph und dem bandeignen Label Vada Vada und wird als Art Punk, Post-Punk und Indie Rock kategorisiert. Vada Vada ist ein Begriff, den die Brüder selbst prägten und den Wyatt Shears als Idee beschreibt, die reine kreative Ausdrucksform darstellt und alle zuvor geschaffenen Genres und Ideale ignoriert. Jeder Track hat seine eigene Identität, und irgendwie funktioniert das Album trotzdem als Ganzes, es ist kein Album, das versucht, sich selbst leicht verständlich zu machen, und genau das macht es spannend.
Die Frage, ob diese Planlosigkeit Freiheit oder Beliebigkeit bedeutet, spaltet Hörer*innen. Mit Bootleg kehren The Garden zu ihrer Do-It-Yourself-Mentalität zurück und bleiben ihrer unberechenbaren Natur treu, während sie gleichzeitig zeigen, dass ihre Experimente nach acht Alben noch immer neue Facetten offenlegen können.
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