MilleniumKid: „Wie Du“ – Ein Refrain über den Wunsch, jemand anderes zu sein

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MilleniumKid veröffentlicht mit „Wie Du“ einen Song, der einen Satz zur Hook macht, den man sich normalerweise nicht laut zu sagen traut. „Ja, ich bin nicht wie du / Ja, ich wär gern wie du“ – simpler geht es kaum, ehrlicher aber auch nicht. Was zunächst nach einem klassischen Vergleichsdrama klingt, entpuppt sich als Auseinandersetzung mit Selbstverlust, Projektion und der Frage, wann man aufhört, sich selbst zu sein, nur um einem Ideal zu entsprechen.

Der Track erschien am 10. Juli 2026 und entstand in Zusammenarbeit mit Jens Eckhoff, bekannt von Wir sind Helden. Musikalisch bewegt sich „Wie Du“ zwischen 80s-Synth-Pop und einem Refrain, der bewusst so reduziert ist, dass er sofort haftet. Die Strophen hingegen arbeiten mit überzeichneten Bildern wie „Kaue dir dein ganzes Ohr ab / Weil ich ja sonst nichts von dir hab“ – Momente, die Nähe und Leere gleichzeitig greifbar machen.

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Zwischen Projektionen und Spiegeln

Das offizielle Musikvideo erweitert die Perspektive noch einmal deutlich. Gemeinsam mit Creator*innen wie levipenell, lukaexplores oder Dimixoo inszeniert MilleniumKid eine kühle Spiegelwelt, in der sich Vergleichsdruck, Online-Hass und Bodyshaming visuell manifestieren. Die distanzierte Bildsprache wird Schritt für Schritt aufgebrochen und macht Platz für die Erkenntnis, dass Individualität kein Defizit ist, sondern der eigentliche Maßstab.

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Der Song selbst endet mit gesprochenen Zeilen, die wie eine Supermarktdurchsage klingen – ein absurder Bruch, der den emotionalen Kern noch einmal schärft.

Wenn der Refrain bleibt, nachdem das Gefühl längst weg ist

„Wie Du“ ist die Nachfolgesingle zu „Schwerelos“ und zeigt MilleniumKid in einem ungewohnten Modus. Entstanden ist ein Track, der weniger auflöst als beobachtet – und der genau deshalb unter die Haut geht.

Der Wunsch, jemand anderes zu sein, wird nicht glorifiziert, sondern als das benannt, was er ist: ein Symptom für innere Leerstellen, die sich nicht durch Vergleich füllen lassen. Wann habt ihr euch das letzte Mal dabei ertappt, lieber jemand anderes sein zu wollen – und was hat das mit euch gemacht?


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