grilot zerlegen toxische Männlichkeitsbilder in „gewesen / verwesen“

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Das Kölner Duo grilot veröffentlichte gestern die Single „gewesen / verwesen“ – ein Song, der toxische Männlichkeitsbilder nicht anklagt, sondern ihre Zersetzung beschreibt. Mit nur Schlagzeug und Gitarre schaffen die beiden Musiker*innen einen Sound zwischen Emo, Punk und deutschem Indierock, der mehr nach Befreiung als nach Nostalgie klingt.

Alte Körperideale, die „nach Verwesung riechen“, werden im Song bewusst losgelassen – der Refrain „alles wird gut, tout ira bien“ wird zur Formel für Selbstannahme statt Selbstoptimierung.

Wenn Vergänglichkeit zur Chance wird

„gewesen / verwesen“ setzt auf Reduktion, ohne an Intensität zu verlieren. grilot bewegen sich in einem Spannungsfeld zwischen Post-Hardcore, Alternative Rock und Punk – produziert von Daniel Roesberg, bekannt durch seine Arbeit mit Lygo.

Die Lyrics arbeiten mit Wiederholungen und Imperativen: „be strong, be dominant, be in control“ – Mantras, die im Verlauf des Songs ihre Macht verlieren. Die zweisprachige Hook deutet darauf hin, dass es hier um mehr geht als nur persönliche Erfahrung: um Muster, die sich durch Generationen ziehen.

verletzlich und konsequent

Die Frage „Am I a somebody, to anybody“ steht im Zentrum – und wird mit „I am my own body“ beantwortet. grilot liefern keine Lösungen, sondern einen Prozess: den Zerfall dessen, was keinen Halt mehr bietet.

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Das Duo hat bereits in Kölner Clubs wie Blue Shell, Tsunami Club und Yard Club gespielt. Die Entscheidung, mit minimalem Setup zu arbeiten, könnte auch eine inhaltliche sein: Weniger Fassade bedeutet mehr Verletzlichkeit – und genau darum geht es.

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