Tally Spear zeigt auf ihrer EP „Bittersweet“, wie Freude sich verändert

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Trauer verläuft selten in gerader Linie. Tally Spear weiß das, und auf ihrer neuen EP „Bittersweet“ die es seit heute gibt, macht sie daraus fünf Songs, die sich genau in diesem schwer greifbaren Dazwischen bewegen.

Nicht Dunkelheit, nicht Licht, sondern der Moment, in dem selbst gute Nachrichten einen bitteren Unterton tragen. Das ist das Zentrum dieser EP. Und es ist intensiver als die meisten Trauernarrationen, die man sonst so zu hören bekommt. Wir warten auch gerade auf die Premiere vom Musikvideo zu „Bittersweet“.

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Vom ersten Song nach dem Verlust bis zum Geburtstags-Existenzcrash

Die Herzstück-Single „Upside Down“ war der erste Song, den Tally Spear nach dem Tod ihres Vaters fertigstellte. „Grief feels like you’re living in the ‚Upside down‘ version of the world you know“, beschreibt sie das Gefühl, das den Song ausgelöst hat. Ein Verweis auf Stranger Things – aber es funktioniert, weil die Beschreibung stimmt: alles gleich, nur dunkler und kälter.

Rund um diese Mitte gruppieren sich vier weitere Tracks, die alltägliche Situationen zu scharfen Momentaufnahmen machen. „How Are You?“ dreht eine Banalität ins Existenzielle. „Where Do I Go From Here?“ setzt sich mit dem Gefühl auseinander, festzustecken ohne Antworten. „August 31st“ trifft die Nerv derjenigen, die ihren Geburtstag jährlich zur selbstkritischen Bilanz nutzen. Der Titeltrack schließlich beschreibt das Prinzip hinter allem: Freude nach Verlust ist nie wieder unvermischt.

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Songwriting ohne Hochglanz-Indie

Tally Spear hat sich ihr Publikum nicht über Hype aufgebaut, sondern durch kontinuierliche Arbeit. Kollaborationen mit Sam Matlock von WARGASM („Strangers“) und Harry Winks von South Arcade (Produktion von „Pretty“) zeigen, dass sie in Kreisen unterwegs ist, in denen Substanz mehr zählt als Ästhetik.

Support von Kerrang! Radio und eine UK- und Europa-Tour mit LEAP im Vorfeld haben dafür gesorgt, dass Bittersweet nicht ins Leere läuft. Was diese EP von vielen Singer-Songwriter-Veröffentlichungen unterscheidet, ist ihr Mut zur Unauflösbarkeit. Tally Spear löst nichts auf. Sie beschreibt, wie es ist, wenn man es selbst nicht kann. Was denkt ihr: Spricht euch ein Sound an, der Trauer nicht auflöst, sondern einfach zeigt, wie sie sich anfühlt?

Wer Tally Spear noch besser kennenlernen und mehr über ihre Gefühlswelt und Hintergründe zur EP erfahren möchte, sollte sich unser Interview mit der Künstlerin durchlesen.

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